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ie Fotoausstellung „gesichtslos – Frauen in der Prostitution“ widmet sich einem gesellschaftlichen Tabuthema: Frauen in der Prostitution.
Sie sind täglich damit konfrontiert, ihre wahre Identität zu verbergen. Deshalb wurden bei der fotografischen Gestaltung Masken verwendet, um die Anonymität der insgesamt zehn dargestellten Frauen zu wahren.
Der Fotograf Hyp Yerlikaya hat sie von 2019 bis 2021 begleitet. Insgesamt entstanden 1800 Fotos, von denen 40 Arbeiten in dieser Ausstellung zu sehen sein werden. Es handelt sich nicht um klassische Dokumentarfotografie. Jene Aufnahmen, deren Bildinhalte die Grenzen des Zeigbaren oder Aussprechbaren erreichen und sich einer fotojournalistischen Dokumentation entziehen, greifen bewusst auf das darstellerische Mittel der Inszenierung zurück. Begleitende Text-Dokumentationen klären in der Ausstellung über das Thema „Prostitution“ auf, bieten Fakten und Informationen zur Einordnung und erzählen die anonymisierten biographischen Geschichten der Frauen.
Das kuratorische Gesamtkonzept ist darauf ausgerichtet, der Betrachterin, dem Betrachter zu helfen, das Gezeigte einzuordnen und zu verstehen.
Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger Begleitband im Nünnerich-Asmus Verlag erhältlich.
Die Termine für die Begleitveranstaltungen zur Ausstellung entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Wir laden Sie ein, diese Begleitveranstaltungen zu besuchen, denn das Anliegen dieser Ausstellung ist die gesellschaftliche Sichtbarmachung und die Anregung eines öffentlichen Diskurses über die prekäre Lebenswelt von Prostituierten in Deutschland.
Auf Einladung der Städtegruppe Herford setzten sich die Bildende Künstlerin Susanne Albrecht und
Anita Hopf-Kordes, Vlotho, künstlerisch mit dem Thema Prostitution auseinander.
Die entstandenen Arbeiten von ihnen werden im Rahmen der Ausstellung präsentiert.
Die Homepages des Künstlers→Hyp Yerlikaya
Flyer zur Ausstellung →gesichtlos_Flyer_Museum Herford
Sonntag, 06.10.2024, 11:30 Uhr
Freitag, 11. 10 .2024, 11:00 Uhr
Schüler*innen ab 16 Jahre und ihre Lehrer*innen sind
eingeladen, um sich über die sogenannte Loverboy- Methode zu informieren, die in die Prostitution führen kann
Freitag, 18. 10. 2024, 11 – 16 Uhr
18:00 – 19.30 Uhr:
Die Städtegruppe Herford von TERRE DES FEMMES steht mit einem Informationsstand auf dem Alten Markt und informiert über den Zusammenhang von Prostitution und Menschenhandel.
Sonntag, 27. 10. 2024, 15:00 Uhr
Moderation: Sonja Langkafel
„Was geht uns das Thema Prostitution an?“ Frauen der Städtegruppe Herford von TERRE DES
FEMMES erzählen von ihrer Motivation, sich mit der Realität der Prostitution auseinanderzusetzen.
Die Gruppe hat sich im September 2019 gegründet und besteht aktuell aus 12 aktiven Frauen, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz für die Umsetzung der Frauenrechte auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene engagieren.
Sonntag, 02. 11. 2024, 18:00 Uhr
Die Soziologin Manuela Schon, Verfasserin des Buches
„Ausverkauft! Prostitution im Spiegel von Wissenschaft und Politik“ beleuchtet die Auseinandersetzung mit Prostitution in Wissenschaft und Politik.
Sie hat sich die Themen soziale Ungleichheit und geschlechtsspezifische Gewalt zum besonderen Schwerpunkt ihrer Forschungen gewählt und bezeichnet sich selbst als leidenschaftliche Abolitionistin.
Sonntag, 10. 11. 2024, 15:00 Uhr
Barbara Schmid liest aus ihrem Buch „Schneewittchen und der böse König“.
Die „Spiegel“-Journalistin beschreibt in ihrem Buch eine wahre Geschichte. Ein junges Mädchen ist auf die perfide Masche eines „Loverboys“ (ihres Reitlehrers) hereingefallen. Damit begann für sie ein elf Jahre währendes Martyrium.
Frau Schmid besucht zusätzlich eine Schulklasse im Kreis Herford und informiert über die „Loverboy-Methode“.
Sonntag, 17. 11. 2024, 15:00 Uhr
Die Diplom-Sozialpädagogin Simone Kleinert, die Vorständin des Bundesverbandes Nordisches Modell
ist, erläutert in ihrem Vortrag das unter anderem in Schweden und Norwegen praktizierte Modell und warum sie sich zusammen mit den Unterstützer*innen im Bündnis für die Einführung des Nordischen Modells in Deutschland einsetzt.
Sonntag, 24. 11. 2024, 11:00 Uhr
Mit der Liberalisierung von Prostitution im Jahr 2001 und nach der EU-Osterweiterung wurde Deutschland zur Drehscheibe des Menschenhandels in Europa und zum Paradies für Zuhälter und Freier.
Kein Ziel dieser Liberalisierung wurde erreicht. Was macht die Entwicklung seit 2001 mit dem Frauenbild in unserer Gesellschaft? Es geht um die Frauen (und auch Männer), die ausgebeutet, benutzt, gedemütigt, geschlagen, vergewaltigt, traumatisiert werden. In ihrem Film „Freier Wille“ hat Leni Breymaier Expertinnen und Experten zur Prostitution in Deutschland befragt. Nach 20 Jahren Happy-Sexwork-Narrativ tut sich im Moment viel bei dem Thema. Es ist jetzt politisch an der Zeit, Fehler einzugestehen und zu korrigieren.